26. Februar 2016

Vor der Schwelle

Nikolay Bogdanov-Belsky, Wissen, Bildung, Lernen, Hoffnung, Zukunft, Wille, das Leben, Kinder, vor der schwelle stehen, mutig sein, wissbegierde, lesen, rechnen, schreiben, fremder, chance bekommen, paintings, malerei, bild, poetische Art, sehnsucht

* * *
Neugierig blieb der fremde Junge 
vor der offenen Tür stehen
er hörte Buchstaben, Worte und Zahlen
unter der Zimmerdecke surren;
er sah eifrige Kinder in den Bänken
sie atmeten Wissen und lernten fürs Leben;
ach, wie gern wäre er unter ihnen gewesen, 
ein Stück Wissen von ihnen erhascht;
seine Lernbegierde nach Lesen und Rechnen 
kannte keine Grenzen -

Schüchtern stand er vor der Schwelle
gelehnt an seinem Wanderstock,
der schon den ersten Schritt hinein getan
wartend, ob der Junge mutig genug war 
weiterzugehen zu den anderen Kindern -
noch hatte er Angst ...

Würden sie ihn auslachen, 
sich über seine Wanderkleidung lustig machen ...?
Gewiss, er hatte einen langen Weg hinter sich
durch fremde Länder, Berge und Hügeln,
durch Wälder und Teiche;
die Natur war sein zu Hause, 
seine Schlafstätte unter den Bäumen -

Er suchte seinen Weg, 
immer voraus, niemals zurück
die Hoffnung war seine Nahrung
die Träume seine Kraft
die Wissbegierde sein Wille;
er wusste noch nicht, was er werden wollte
nur, dass sein Geist nach Wissen dürstete ...

Leise Gebete verließen seine Lippen, 
sie schwebten lautlos um seine Gestalt
bei jedem Schritt, den er tat;
ungewiss und unbekannt war alles, 
was ihm begegnete
die Zukunft unsichtbar, 
hinter einem Schleier verborgen
doch seine Sehnsucht trieb ihn voran -

So kämpfte er sich weiter 
durch das Dickicht des Lebens
sein Wissensdurst hielt ihn am Leben;
ein einziger Gedanke 
pochte hinter seinen Schläfen: 
Niemals aufgeben!

© Ida
-
.

Kommentare:

  1. Man kann sich das in der heutigen Zeit gar nicht mehr vorstellen, dass Kinder früher zum Teil ihr Essen und Kleidung selbst verdienen mussten! Ich denke aber, sie wurden zwar schneller erwachsen und die Gedanke waren bestimmt voller Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Zum Teil blieb das Lernen ziemlich auf der Strecke und nur Arbeit war wichtig! Dies hast Du hier gut herausgearbeitet und mit viel Poesie beschrieben. Selbst meine Großmutter musste über den Sommer zu einer Familie und dort arbeiten!!
    Mach weiter so Ida! Liebe Grüße Trudi

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    1. Liebe Trudi,
      vielen Dank für deine lieben Worte; schön, dass dir der Beitrag gefällt.
      Ja, es stimmt, es ist schwer vorzustellen, wie hart Kinder früher arbeiten mussten, um etwas zu essen zu bekommen - und doch auch heute soll so etwas geben, in nicht wenigen Ländern dieser Welt (u.a. in Teilen Asiens, Südamerika).
      Wenn man solche Berichte im Fernsehen sieht, bekommt Dankbarkeit eine ganz andere Dimension.

      Es gehört zu den Mysterien des Lebens, dass niemand weiß, in welches Leben man hineingeboren wird; auch wenn aus spiritueller Sicht bestimmte Erklärungen dafür zu geben scheinen. Man glaubt es oder nicht - beweisen kann man die Gründe nicht. Ist es Schicksal? Auch das weiß man nicht genau, doch vielleicht ist dies die einfachste Erklärung - man muss es annehmen oder dagegen ankämpfen, damit eines Tages etwas Besseres daraus wird. Akzeptanz ist schwierig, doch gegen den Strom zu schwimmen kostet auch viel Kraft.

      Ein kleiner Hinweis an dieser Stelle, falls es dich interessiert: https://gedankenheft.wordpress.com/2015/11/14/gegen-den-strom-zu-schwimmen-braucht-viel-kraft/ - Ein poetischer Beitrag zu diesem Thema in meinem anderen Blog "Gedankenheft". Wenn dir mein Schreibstil gefällt, findest du auch hier einiges zum Lesen.

      Vielen Dank für deinen Besuch auf meiner Seite und liebe Grüße,
      Ida

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